Route: Urshult - Torpön am Sommensee
Kilometerstand: 1147 km
Campingkosten: 190 SEK
Der Morgen weckt uns mit Vogelgezwitscher und
Sonnenschein. Gut gelaunt kriechen wir aus dem Zelt und waschen uns mit
erfrischend kaltem Wasser. Auf eine Dusche verzichte ich gerne, das Wasser
kommt aus einem Brunnen – Dusche kostet inzwischen 70 Pumpenschläge – und ist
eiskalt.
Wir kochen uns frischen Kaffee und essen lecker
Brot und schwedischen Käse. Danach das übliche Prozedere – alles zusammenpacken
und auf die Bikes packen.
Dieser Campingplatz wird uns als einer der
schönsten in Erinnerung bleiben und wer gerne auf den Luxus von fließend warmen
Wasser und Strom verzichten kann findet hier ein herrliches Fleckchen Natur zum
entspannen. Ich möchte unbedingt noch einmal wiederkommen und vielleicht auch
einen Tag länger hier verweilen.
Unsere heutiges Ziel ist der Sommensee, auch eine
Empfehlung eines Freundes.
Also verlassen wir Hätteboda, wieder auf der tollen
Schotterstraße und biegen dann in Richtung Vaxjö ein. Wir fahren von nun an einen Mix aus Navi und Karte. Das Navi um das Ziel
nicht aus den Augen zu verlieren und die Karte um die großen Straßen zu meiden
und diese herrlich einsamen kleinen Strecken zu finden. Wer sagt, dass es in
Schweden keine Kurven gibt, ist noch nie abseits der geraden Schnellstraßen
gefahren.
Kilometerweit kommt außer Wald manchmal gar nichts,
dann plötzlich ein See oder ein kleines Dorf…traumhaft. Dazu dieser blaue
Himmel mit nur wenigen kleinen Wölkchen…das soll sich leider bald ändern.
So, erstmal tanken…
Tankstellen findet man hier auch jede Menge, wir hatten
zu keiner Zeit Probleme mit der Reichweite. Im Gegenteil, die BMWs haben noch
weniger verbraucht als sonst. Dank Svenja sind wir auch gut vorbereitet und
haben uns eine Visa Card mit PIN besorgt.
Ich finde das System mit den
Automaten gar nicht so schlecht, keine langen Schlangen an der Kasse weil einer
noch ne Bockwurst oder anderes Zeug dazu will.
Wir fahren also weiter Richtung Tranas, immer gerade hoch und zwischen den großen (auf der Karte roten) Straßen. In Nässjo geraten wir mitten in der Stadt in eine Demo von Afrikanern und müssen eine Weile in Schrittgeschwindigkeit hinterher trödeln. Von Tranas aus biegen wir auf die Straße nach Torpön ab und sind überrascht. Eine Straße wie im Gebirge windet sich vor uns
entlang, viele enge Serpentinenkurven geleiten uns zu unserem heutigen
Campingplatz Torpöns Färjeläge Camping.
Wir haben gerade noch Glück, der
Betreiber wollte eben wegfahren. Er schließt sein Häuschen nochmal auf, zeigt
uns auf der Karte unseren Stellplatz und nimmt uns 190,- SEK ab und erklärt
uns, dass wir zum Duschen ein 5,- Kronen Stück brauchen. Bevor er losfährt fragt er uns
noch wo wir denn hinwollen und erzählt uns, dass ab morgen die Campingplätze
voller werden wegen Midsommer.
Zelt aufbauen, einräumen...Platz erkunden...die allabendliche Routine. Es gibt
in Schweden auf jedem Campingplatz eine gut ausgestattete Küche mit Herd oder
Kochplatten und meist sogar eine Mikrowelle. Da wir sowieso Strom brauchen für
unsere Headsets, beschließen wir, unsere Steaks in der Küche zu braten und im
Aufenthaltsraum zu essen. Da haben wir die Steckdosen im Blick und sind etwas
vor den Mücken geschützt. Nach dem Essen versuche ich beim Wohnwagen nebenan
ein 10 Kronenstück gegen 2 5 Kronenstücke zu tauschen, habe aber kein Glück,
die nette Frau hat nur eins und das schenkt sie mir auch noch. Ich bedanke mich
ganz herzlich und verschwinde um etwas Körperpflege zu betreiben...der Mann
geht leer aus und muss bis morgen warten…grins…aber beim Campen ist das eben
so..
Später naschen wir noch etwas lecker schwedische
Schokolade und ich schreibe eine Mail an Touratech, dann versinken wir im Land der Träume.



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