Freitag, 12. Juli 2013

Schweden 2013 - Tag 5

Route: Urshult - Torpön am Sommensee

Kilometerstand:  1147 km

Campingkosten:  190 SEK

Der Morgen weckt uns mit Vogelgezwitscher und Sonnenschein. Gut gelaunt kriechen wir aus dem Zelt und waschen uns mit erfrischend kaltem Wasser. Auf eine Dusche verzichte ich gerne, das Wasser kommt aus einem Brunnen – Dusche kostet inzwischen 70 Pumpenschläge – und ist eiskalt. Wir kochen uns frischen Kaffee und essen lecker Brot und schwedischen Käse. Danach das übliche Prozedere – alles zusammenpacken und auf die Bikes packen.
Dieser Campingplatz wird uns als einer der schönsten in Erinnerung bleiben und wer gerne auf den Luxus von fließend warmen Wasser und Strom verzichten kann findet hier ein herrliches Fleckchen Natur zum entspannen. Ich möchte unbedingt noch einmal wiederkommen und vielleicht auch einen Tag länger hier verweilen.
Unsere heutiges Ziel ist der Sommensee, auch eine Empfehlung eines Freundes. Also verlassen wir Hätteboda, wieder auf der tollen Schotterstraße und biegen dann in Richtung Vaxjö ein. Wir fahren von nun an einen Mix aus Navi und Karte. Das Navi um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und die Karte um die großen Straßen zu meiden und diese herrlich einsamen kleinen Strecken zu finden. Wer sagt, dass es in Schweden keine Kurven gibt, ist noch nie abseits der geraden Schnellstraßen gefahren.


Kilometerweit kommt außer Wald manchmal gar nichts, dann plötzlich ein See oder ein kleines Dorf…traumhaft. Dazu dieser blaue Himmel mit nur wenigen kleinen Wölkchen…das soll sich leider bald ändern.
















So, erstmal tanken…
Tankstellen findet man hier auch jede Menge, wir hatten zu keiner Zeit Probleme mit der Reichweite. Im Gegenteil, die BMWs haben noch weniger verbraucht als sonst. Dank Svenja sind wir auch gut vorbereitet und haben uns eine Visa Card mit PIN besorgt.
Ich finde das System mit den Automaten gar nicht so schlecht, keine langen Schlangen an der Kasse weil einer noch ne Bockwurst oder anderes Zeug dazu will.
Wir fahren also weiter Richtung Tranas, immer gerade hoch und zwischen den großen (auf der Karte roten) Straßen. In Nässjo geraten wir mitten in der Stadt in eine Demo von Afrikanern und müssen eine Weile in Schrittgeschwindigkeit hinterher trödeln. Von Tranas aus biegen wir auf die Straße nach Torpön ab und sind überrascht. Eine Straße wie im Gebirge windet sich vor uns entlang, viele enge Serpentinenkurven geleiten uns zu unserem heutigen Campingplatz Torpöns Färjeläge Camping.
Wir haben gerade noch Glück, der Betreiber wollte eben wegfahren. Er schließt sein Häuschen nochmal auf, zeigt uns auf der Karte unseren Stellplatz und nimmt uns 190,- SEK ab und erklärt uns, dass wir zum Duschen ein 5,- Kronen Stück brauchen. Bevor er losfährt fragt er uns noch wo wir denn hinwollen und erzählt uns, dass ab morgen die Campingplätze voller werden wegen Midsommer.
















Zelt aufbauen, einräumen...Platz erkunden...die allabendliche Routine. Es gibt in Schweden auf jedem Campingplatz eine gut ausgestattete Küche mit Herd oder Kochplatten und meist sogar eine Mikrowelle. Da wir sowieso Strom brauchen für unsere Headsets, beschließen wir, unsere Steaks in der Küche zu braten und im Aufenthaltsraum zu essen. Da haben wir die Steckdosen im Blick und sind etwas vor den Mücken geschützt. Nach dem Essen versuche ich beim Wohnwagen nebenan ein 10 Kronenstück gegen 2 5 Kronenstücke zu tauschen, habe aber kein Glück, die nette Frau hat nur eins und das schenkt sie mir auch noch. Ich bedanke mich ganz herzlich und verschwinde um etwas Körperpflege zu betreiben...der Mann geht leer aus und muss bis morgen warten…grins…aber beim Campen ist das eben so.. Später naschen wir noch etwas lecker schwedische Schokolade und ich schreibe eine Mail an Touratech, dann versinken wir im Land der Träume.

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