Kilometerstand: 870 km
Campingkosten: 150 SEK
Die Nacht war kurz…ich habe nicht sehr gut geschlafen und wache durch Geklapper und Geklirr in der Cafeteria auf. Das Frühstück wird vorbereitet, um 5 Uhr kommen die ersten Trucker und wollen essen.Ich quäle mich in den Waschraum und spritze mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht, Zähne putzen und Kontaktlinsen rein…langsam wird ein Mensch aus mir. Als ich nochmal kurz an Deck gehe um zu schauen ob man schon Land sieht, erlebe ich einen tollen Sonnenaufgang.
Die anderen sind jetzt auch wach, überall zerknitterte Gesichter. Wir holen uns noch ein Frühstück und Kaffee, dann schnell zu den Bikes, denn wir legen gleich an. Zack fix die Motorräder abschnallen, die Ladeluke geht schon auf und der erste LKW fährt vor uns raus. Wir verlassen die Fähre und fahren aus dem Hafen, treffen uns aber mit den anderen noch mal an einer Tankstelle. Dort tauschen wir noch Telefonnummern aus und versprechen uns in Kontakt zu bleiben und wollen uns später nochmal irgendwo treffen. Nach einer herzlichen Verabschiedung düsen wir alle in verschiedene Richtungen los. Geschafft..endlich in Schweden!
Das erste Ziel ist der Hätteboda Vildmarkscamping in Urshult, ein Tipp von Svenja. Ihre Beschreibung war so toll, dass ich da unbedingt auch hin möchte. Danke Svenja!!
Nach ca. 2 Stunden sind wir total geschafft, die Sonne scheint uns auf den Pelz und wir sind müde. In der nächsten Stadt (ich weiß nicht mal mehr welche) halten wir an einem Lidl an und legen uns einfach auf eine Wiese neben dem Parkplatz. Der Laden hat noch nicht geöffnet und es ist ruhig hier, so daß wir eine knappe Stunde dösen. Der Parkplatz füllt sich langsam mit Einkaufswilligen und wir werden misstrauisch beäugt, deshalb stehen wir auf und holen uns einen lecker eisgekühlten Kaffee….jetzt geht’s uns wieder besser und wir steigen wieder auf und fahren weiter. Während der erste Teil der Strecke noch relativ flach und unbewaldet ist, kommen nun langsam in die ersten Wälder. Immer wieder taucht plötzlich neben uns ein See auf und wir können uns kaum satt sehen an den schönen Bildern. Ab und an halten wir an um Fotos zu machen.
Ein anderer BMW-Fahrer hängt gerade seine Wäsche auf, als ich ihn nach der Anmeldung frage. Er meint, wir können uns auch schon einen Platz suchen, so gegen 17 Uhr sei wieder jemand da. Wir haben aber keine Lust den ganzen Nachmittag hier zu warten, wollen einfach die Gegend noch ein wenig erkunden, etwas einkaufen und später zurück kommen. In Urshult machen wir eine kleine Mittagspause und essen eine Pizza…die ersten Kontakte in unserem eingerosteten Englisch, aber es klappt. Die Pizza ist köstlich und wir sind zum Platzen satt.
Dann schauen wir auf die Karte und überlegen, wie wir fahren wollen. Möglichst von den Hauptstraßen runter und einfach auf die kleinen, in der Karte meist gelben oder weißen Straßen abbiegen. Diese sind dann auch öfter mal unbefestigt, was uns natürlich einen besonderen Spaß macht. Vorbei an gefühlten hundert kleinen Seen, den typischen roten Häusern und satt grünen Wäldern.
Gegen 17 Uhr sind wir wieder auf dem Campingplatz und melden uns an. Wir bekommen einen superschönen Platz direkt am Wasser und bauen gut gelaunt unser Zelt auf.
Einen kleinen Dämpfer bekommen wir doch noch, die bei Touratech gekaufte USB-Steckdose hat nach der kurzen Fahrt schon ihren Geist aufgegeben. Der Mann prüft alle Kabel, da ist alles in Ordnung…erst nachdem er die komplette Dose wieder abgebaut und geöffnet hat, stellt er fest, daß sich eine Lötstelle gelöst hat. Wahrscheinlich durch die Vibrationen, trotzdem bin ich enttäuscht, sowas dürfte nicht passieren.
Wo soll ich denn nun mein Handy laden? Und das Kommunikationssystem? Meine Laune geht gerade in den Keller…ich werde eine E-Mail an Touratech schreiben und hoffe auf eine kulante Regelung, vielleicht sogar ein Tausch in Schweden?
Zum Abendbrot gibt es Kartoffelsuppe, wir sitzen noch ein bisschen am See und gehen dann bald schlafen.




Ha! Ich bin Erster :-)
AntwortenLöschenHallo Antje, schön, Euren ersten richtigen Reisetag mitzuerleben. Pizza scheint ja das universelle Grundnahrungsmittel zu sein, im Baltikum und Polen habe ich auch so einige davon vernichtet...
LG Gruss aus Hamburg
Hanno
Das war aber unsere einzige Pizza, ansonsten haben wir oft Lachs gegessen. Mittags haben wir meist gar nix gegessen, erst abends richtig.
AntwortenLöschenÜbrigens hatsch unser Kommunikationssystem gut bewährt, glasklare Verständigung, als ob der andere neben Dir steht und es hat auch immer einen Tag durchgehalten. Wir haben dann meist auf dem Campingplatz gefragt, ob sie es für uns an der Rezeption aufladen, das war immer kein Problem und wir mussten nur 1mal dafür bezahlen.
LG Antje
Klasse geschrieben, Antje, richtig gut und unterhaltsam. Bei schönem Wetter ist Hätteboda einfach toll und man darf ja auch Feuer machen. Meine Güte, hattet ihr schönes Wetter. Ich habe mich selbst in diesem Sommer wieder so sehr daran erinnert, warum ich so gerne nach Schweden fahre.
AntwortenLöschenIch bin schon so gespannt, wie es weitergeht.
Gute Reise, ihr Lieben.
Svenja
Danke Svenja!! Das mit dem Wetter wird sich noch ändern, wirste sehen...wäre ja auch zu schön gewesen..grins...und übrigens: Ich warte auch schon sehnsüchtig auf deinen weiteren Bericht!!
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